Geschichte von Untereisesheim

ca. 4000 v.Chr.

lebten hier jungsteinzeitliche Bauern der Bandkeramiker-Kultur. Spuren von drei Siedlungen wurden auf Untereisesheimer Gebiet am Neckarhang gefunden. Auch aus der Bronzezeit (2000-1000 v.Ch.) und aus der Keltenzeit bis zur Zeitenwende liegen eine Reihe von Scherbenfunden von der Untereisesheimer Markung vor.

ca. 150

gehörte die Untereisesheimer Gegend zum unmittelbaren Einflußgebiet der römischen Stadt Wimpfen im Tal. Im Gewann Steinlehle lag einer der typischen Gutshöfe, von dem 1731 noch nennenswerte Reste zu sehen gewesen sein sollen. Im Ort kamen wiederholt bei Baumaßnahmen Reste der römischen Verbindungsstraße zwischen den Kastellen Wimpfen und Böckingen zum Vorschein. Und in unserem Schafhausgarten haben wir selbst Scherben von römischer Keramik ausgegraben: → casa ovium

767

wurde anläßlich einer Schenkung an das Kloster Lorsch erstmals urkundlich "Isinheim" erwähnt. Eine ausdrückliche Nennung von UNTEReisesheim ist jedoch erst aus dem Jahr 1253 bekannt.

1243

werden Herren von Eisesheim als Lehensleute der Herren von Weinsberg genannt. Da in Obereisesheim kein Herrensitz nachgewiesen ist, werden sie wohl in Untereisesheim gelebt haben. Hier wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein kleines Wasserschloss errichtet. Das Wappen der Herren von Eisesheim - die zwei gekreuzten Hellebarden - bildet das heutige Wappen der Gemeinde.

1461

kauften die Herren von Lomersheim die Gemeinde. Zuvor hatte Untereisesheim oft die Besitzer gewechselt, die Herren von Lomersheim hielten es jedoch zirka 200 Jahre in ihrem Besitz. Sie erwarben mit Untereisesheim auch das Recht, eine Neckarfähre zu betreiben. Hinweise auf die Herren von Lomersheim sind die heute in der evangelischen Kirche untergebrachten Grabsteine.

1500

hatte Untereisesheim etwa 100 Einwohner (geschätzt).

1529

schloss sich Konrad von Lomersheim auf den Höhepunkt der Reformation der protestantischen Konfession an. Sein militante Pfarrer Appenhofer, ein früherer Kapuzinermönch aus Neckarsulm, ging umgehend daran, alle möglichen Symbole des alten Glaubens zu vernichten oder zu verkaufen, was sogar den Untereisesheimer Bauern zu radikal war. Die folgenden Turbulenzen gipfelten darin, dass das Untereisesheimer Schloss 1530 vom kaiserlich-katholischen Obervogt aus Weinsberg mit Gewalt, jedoch kampflos eingenommen wurde. Konrad und sein Sohn Samson wurden formal gefangengesetzt und mussten sich verpflichten, sich nach Stuttart zur kaiserlichen Obrigkeit zu begeben, um ihr Urteil entgegenzunehmen. Konrad dachte aber nicht daran, dem zu folgen, sondern begab sich nach Heidelberg an den Hof des pfälzischen Kurfürsten, in dessen Diensten er früher gestanden hatte. Nach einem diplomatisch Geplänkel wurde er wieder frei gelassen mit der Auflage, dass die aus der Kirche entwendeten Ornate und Kelche wieder zurückgebracht werden müssten. Pfarrer Appenhofer wurde ebenfalls gefangengenommen und zum Verhör den Behörden des Bischofs von Worms übergeben. Nach Untereisesheim kam er anscheinend nicht zurück.

1580

begann Hans Jakob von Lomersheim, das äußerst baufällige Wasserschloss in Untereisesheim zu erneuern, wodurch er sich enorm verschuldete und in wirtschaftliche Probleme geriet. Die Einwohner wollten auch die übermäßigen Frohndienste nicht leisten. Es kam zu lang anhaltenden Streitigkeiten zwischen Ortsherrschaft und Untertanen, die erst 1640 mit einem Kompromiss formal beendet wurden: Jeder Bürger musste jährlich 12 Tage Frondienst leisten, wobei ihm als Verpflegung kostenlos eine halber Laib Brot zustand.

1622

fand (im 30jährigen Krieg) die Schlacht von Wimpfen statt. 5000 Soldaten lagen danach tot auf den Feldern westlich von Untereisesheim. Das fast von allen Einwohnern verlassene Obereisesheim spielte eine gewisse Rolle als Stützpunkt des unterlegenen badisch-protestantischen Heeres; Untereisesheim wurde in keinem Bericht erwähnt.

1634

wurde das Untereisesheimer Schloß zerstört und der gesamte Ort zum wiederholten Mal ausgeplündert. In diesem Jahr wurde unsere Gegend durch die Kaiserlichen den Schweden wieder abgenommen. Aus der Stadt Wimpfen wird berichtet, dass man von den dorthin geflohenen Untereisesheimern eine Beteiligung an den Kriegskosten verlangte. Zum Kriegsende 1648 waren in Untereisesheim keine Einwohner mehr anzutreffen. Seit 1636 gab es keinen Pfarrer mehr, und in diesen 12 Jahren war auch kein Gottesdienst mehr gehalten worden. Die überlebenden Untereisesheimer hielten sich hauptsächlich in Wimpfen auf und bebauten ein paar Äcker notdürftig in Handarbeit, da keine Zugtiere mehr vorhanden waren. Erst nach und nach kehrten wieder einige in ihr Dorf zurück.

1655

wurde das völlig verarmte Untereisesheim an den Herzog Eberhardt von Württemberg verkauft. 1625 war Herzog Johann Friedrich von Württemberg in letzter Sekunde von einem mit Sixt von Lomersheim bereits fertig ausgehandelten Vertrag zurückgetreten. Sixt sollte noch 60.000 Gulden bekommen. Seine Nichte Anna Constantia von Hennenberg musste jetzt mit 9500 Gulden zufrieden sein. 100 Jahre lang wurde das Dorf jetzt mit allen amtlichen und wirtschaftlichen Rechten an Privatleute verpachtet.

1670

wollte Eberhard III. einen früheren Plan Friedrichs von Württemberg verwirklichen und einen kleinen Neckarhafen bauen, aber nicht wie ursprünglich geplant in Kochendorf, sondern in Untereisesheim. Erste Pläne dafür ließ er sich von Franz d'Avilla erstellen. Sogar eine Festung war vorgesehen. Ziel war es, den als Reichsstadt mit zahlreichen Abgabenrechten ausgestatteten Umschlagplatz Heilbronn zu umgehen und zu schwächen. Chronisch leere Kassen vereitelten jedoch die hoch fliegenden Pläne. Mit dem Tod Eberhards III. (1674) wurden sie ganz aufgegeben.

1684

begann die württembergische Verwaltung damit, Staatsbesitz in Untereisesheim an Einheimische zu verpachten. Ab Ende des 17. Jahrhunderts verkaufte das Herzogtum auch bei Gelegenheit Häuser oder Grundstücke an Privatleute. Ja, man überlegte in Zeiten knapper Kassen auch immer wieder, ganz Untereisesheim wieder zu verkaufen. Württemberg war auch immer noch nicht der einzige Herr im Dorf. Der Ritterkanton Kraichgau zog aufgrund alter Rechte immer noch Steuern ein, die Freiherren von Isselbach hatten noch das sogenannte "Sponheimer Lehen" in Untereisesheim inne. Dergleichen gab es in kleinerem Umfang wohl noch mehr.

1704

versuchte man wieder einmal, das Neckarufer zu befestigen. Der Fluss schwemmte immer wieder größere Flächen der Untereisesheimer Markung weg, besonders nachdem die Neckarsulmer ihr Ufer erfolgreich befestigt hatten. Aus Mangel an Geld hatte man aber keinen nachhaltigen Erfolg. 1730 betrugen die Verluste im Neckartal schon 100 Morgen. Die Probleme zogen sich über viele Jahrzehnte hin und man bekam sie nur allmählich in den Griff. Auch im 19. Jahrhundert gab es immer wieder hohe Aufwendungen für die Uferbefestigung.

1708

wurde die 12tägige Fronpflicht in eine Geldabgabe umgewandelt. Ein geschickter Schachzug, denn seither wurden im Frondienst staatliche Äcker bewirtschaftet. Die Fröner gingen wohl ziemlich lieblos zu Werke. Die Äcker wurden jetzt verpachtet. Der Pächter hatte natürlich viel mehr Interesse daran, die Felder in gutem Zustand zu halten.

1711

wurde das Rathaus als "neues" Rathaus bezeichnet. Es wird als einige Jahre vorher gebaut worden sein.

1717

verpfändete Herzog Eberhard Ludwig alle Einkünfte aus Untereisesheim für 20 Jahre an Daniel Heinrich von Frederking und erlöste damit 15.500 Gulden, die er für Reisen des Kronprinzen brauchte. Frederking ließ Untereisesheim durch einen Amtmann von Heilbronn aus verwalten, der flugs daranging, Teile des Ortes an immer wieder andere Pächter weiter zu verpachten.

1737

war der Vertrag mit Frederking abgelaufen; Untereisesheim wurde 1738 an Friedrich Leonhard Muzhaas aus Bischofheim verpachtet. Hier hatte die Gemeinde sich erstmals bemüht, die staatlichen Rechte in Untereisesheim selbst zu pachten, wurde aber von Muzhaas überboten. Die Ära Muzhaas dauerte aber nur zwei Jahre, denn er konnte seine Pacht nicht zahlen. 1742 wurde der Ort dann an Johann Rudolf Weißert aus Heilbronn verpachtet.

1738

wurde die Kirche in ihrer heutigen Form neu gebaut. Vom Vorgängerbau blieb nur der Turm stehen.

1747

verkaufte die württembergische Verwaltung nach und nach alle Grundstücke und Häuser an ortsansässige Bauern. Verpachtet wurden jetzt nur noch die althergebrachten Abgabenrechte, und zwar 1748 an die Gemeinde. Der sehr beliebte Weißert blieb als Amtmann in Untereisesheim tätig. 1754 übernahm der württembergische Staat wieder selbst den Einzug der Abgaben, und zwar über seinen in Heilbronn sitzenden Pfleger.

1771

scheiterte der Versuch der Bürger, das Recht zu erhalten, ihren Schulteiß selbst zu wählen, wie es in vielen altwürttembergischen Gemeinden schon lange üblich war. In Untereisesheim wurde der Schulteiß nach der Tradition aus Lomersheiner Zeit von der Obrigkeit ernannt.

1797

Schmitt'sche Karte von 1797
Karte 1797
Diese Karte des österreichischen Generalstabs war noch recht ungenau. Norden ist rechts. Ober- und Untereisesheim werden als Ober-Eißen und Nieder-Eißen bezeichnet.

1816

war eine Katastrophenjahr ungewöhnlichen Ausmaßes. Immer wieder gab es Unwetter. Der Neckar trat fünfmal über die Ufer und überflutete das Tal. Folge war eine fürchterliche Missernte. Im Herbst musste eine nächtliche Streife eingerichtet werden, um dem Diebstahl auf den Feldern Einhalt zu gebieten. Die Ortsarmen konnten nur durch Spenden der Wohlhabenderen vorm Verhungern gerettet werden. Diese Zustände führten von 1816 bis 1818 in ganz Deutschland zu einer regelrechten Auswanderungswelle nach Amerika.

1819

standen den 443 Einwohnern 63 Wohnhäuser in der fast reinen Bauerngemeinde zur Verfügung. Praktisch alle Einwohner waren evangelisch. Untereisesheim war dem Oberamt Heilbronn zugeteilt.

In diesem Jahr kam aus Stuttgart der Befehl, aus Untereisesheimer Bürger eine Streife von 24 Mann aufzustellen, um die Grenze zm hessischen Wimpfen zu kontrollieren. Man wollte z.B. das Eindringen subversiver Schriften verhindern und den Schmuggel unterbinden. In den folgenden Jahren blühte insbersondere der Salzschmuggel auf, da das Wimpfener Salz viel billiger war als das württembergische.

1835

kaufte Untereisesheim vom Staat Württemberg das Fährrecht über den Neckar.

1843

erfolgte der Durchstich des Neckars durch ein Wiesengrundstück, was der Schiffahrt zwei Kilometer Weg erspart. 1844 mußte die Gemeinde eine Wagenfähre kaufen, um damit das Heu von den jetzt jensets des Neckars liegenden Wiesen zu holen. ehemalige Neckarschleife bei Untereisesheim
Der ehemalige Verlauf des Neckars ist heute noch gut an zwei zwischen altem Neckar und Neckarkanal quer durchs Tal verlaufenden Baumstreifen zu erkennen. Im nördlichen fließt heute die Sulm zum alten Neckar. Dieses Sulmbett lies Untereisesheim 1857 auf eigene Kosten bauen, weil die Sulm häufig das ganze alte Neckarbett überflutete.

1848

wurden die letzten Naturalabgaben (Zehnten) abgeschafft. Jeder zehntpflichtige Grundbesitzer hatte als Abgeltung eine Zahlung zu leisten, die in 23 Jahresbeiträgen entrichtet werden konnte, wovon der letzte 1875 fällig war.

1870

stellte der Staat Württemberg die Schiffahrt ein, doch die private Schiffahrt erlebte einen Aufschwung. 1877 wurde die Aktiengesellschaft "Kettenschleppschiffahrt auf dem Neckar" gegründet. 1878 nahmen vier Kettenschiffe den Verkehr zwischen Heilbronn und Mannheim auf.

1885

erreichte die Bevölkerung mit 593 einen Höchststand. In den folgenden Jahren ging die Einwohnerzahl stetig zurück, um erst nach dem ersten Weltkrieg wieder anzusteigen.

1897

gab es in Untereisesheim etwa 560 Einwohner. Sie hielten 9 Pferde, 385 Stück Rindvieh, 174 Schweine, 31 Ziegen, 1219 Hühner, 156 Gänse und 68 Enten.

1901

erlebte Untereisesheim einen regelrechten Bauboom. 62 Baumaßnahmen sind in den Ratsprotokollen verzeichnet. Vorher hatte es jahrzehntelang nur kleine Ausbesserungen gegeben. Schwerpunkt war die Wimpfener Straße und der untere Teil der Kirschenstraße. Viele der 1901 errichteten Gebäude stehen heute noch.

1902

beantragte die Gemeinde erstmals für das Rathaus einen Fernsprechapparat.

Es ist auch das Jahr der Gründung des Turn- und Sportvereins. Er wurde allerdings 1909 schon wieder aufgelöst und als Arbeiterturnverein neu gegründet. 1933 wurde der dann von den Nationalsozialisten verboten.

1904

wurde begonnen, in Untereisesheim Wasserleitungen zu verlegen. Die Leitung wurde aus dem Schleckenbrunnen gespeist, der hoch genug über dem Ort liegt, so dass man keine Pumpstation brauchte. 1911 waren alle Häuser angeschlossen.

1919

gründeten politisch mehr rechts stehende Sportler den Deutschen Turn- und Sportverein "Gut Heil" Untereisesheim. Die Konkurrenz der beiden Sportvereine soll das sportliche Leben im Ort sehr beflügelt haben.

1921

wurde der Ausbau des Neckars für Schiffe bis 1200 Tonnen von Plochingen bis Mannheim begonnen. In diesem Zusammenhang entstand auch die "Insel" zwischen dem alten Neckar und dem neuen Schifffahrtskanal. Da der alte Neckar jetzt sehr wenig Wasser führte, wurde der Fährbetrieb eingestellt. Die seit 1843 östlich des Neckars liegenden Untereisesheimer Markungsteile wurden durch den neuen Kanal nochmals durchschnitten.

1925

wurde der Neckarsteg nach Bad Friedrichshall gebaut. Die Stahlkonstruktion des Steges diente vorher als Verbindung zwischen der Unteren Neckarstraße in Neckarsulm und der Brückenstraße auf Obereisesheimer Seite. Wenn man heute von Obereisesheim nach Neckarsulm fährt, kann man noch schön die genaue Flucht dieser beiden Straßen erkennen. Heute macht die Straße einen Schlenker nach rechts über das Neckarsulmer Wehr. Der Steg wurde per Schiff von seinem alten zum neuen Standort bei Untereisesheim gebracht.

1934

flossen alle sportlichen Aktivitäten im nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen zusammen. Im Neckartal wurde an der Stelle, wo er sich heute noch befindet, ein Sportplatz neu angelegt.

1936

konnte das neu erbaut Schulhaus bezogen werden, nachdem seit 1821 im Rathaus unterrichtet worden war. Die unzulänglichen Zustände dort hatten dazu geführt, dass die Schulbehörde eine Aufhebung der Schule in Untereisesheim plante. Die Kinder sollten die Schule in Kochendorf besuchen. Der Neubau konnte diese Maßnahme abwenden.

1937

bis 1945 wurde die Gemeinde Untereisesheim von Obereisesheim aus mitverwaltet. Über die Zeit des Nationalsozialismus in Untereisesheim schweigt sich das Buch "Geschichte von Untereisesheim" und auch die anderen genannten Quellen fein aus. Es wäre an der Zeit, das Thema einmal aufzuarbeiten.

1935

begann die Erschließung des ersten Neubaugebietes, und zwar des Bereiche Wolframstraße / Gartenstraße.

1939

hatte Untereisesheim 692 Einwohner.

1945

war am 4. April mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen die Zeit des Nationalsozialismus in Untereisesheim vorbei. Die jämmerlichen Reste deutscher Truppen (Volkssturm, Hitlerjugend) hatten den Ort vorher schon verlassen. Aufgrund der Sprengung des Viadukts in Wimpfen nahm der gößte Teil der amerikanischen Truppen den Weg über die alte Wimpfener Straße direkt in Richtung Obereisesheim und Heilbronn. Trotzdem forderten die Kampfhandlungen in diesen Wochen mehrere Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung von Untereisesheim.

1946

erfolgte die Neugründung des Turn- und Sportvereins.

1947

wurde der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Neckarsteg nach Bad Friedrichshall wieder aufgebaut.

1951

erhielt mit der Rathausstraße die erste Straße im Ort eine Teerdecke.

1953

platzte die Schule wieder aus allen Nähten und wurde auf der Südseite um einen halb unterkellerten, eingeschossigen Anbau erweitert. Damals war auch der Kindergarten im Schulhaus untergebracht.

1959

erreichte die Bevölkerungszahl den Wert von 1000. Nun begann eine starke Bevölkerungsentwicklung des Ortes. Die Ausweisung einer Reihe von Wohn- und Gewerbegebieten wurde erforderlich, in den Anfangsjahren nicht ohne heftige Diskussionen in der Bevölkerung. Die Entwicklung dauerte bis etwa 2007 und stagniert erst in den letzten Jahren.

1962

zog der Kindergarten vom Schulhaus in den Neubau am Anfang der Nordstraße um.

1964

renovierte die evangelische Pfarrgemeinde gründlich ihre Kirche. Es wurden auch vier neue Glocken und eine neue Orgel eingebaut.

1969

wurden die Flächen der Markung Untereisesheim westlich des Neckarkanals an die Stadt Neckarsulm für 900.000 DM verkauft, die dort eine Kläranlage errichtete. 1973 ging dann auch die verwaltungsmäßige Zuständigkeit für die Flächen im Rahmen eines Markungsausgleichs an Neckarsulm über. Die eigenartig anmutenden Besitzverhältnisse gingen noch zurück auf den Verlauf des Flusses vor dem Durchstich der Neckarschlinge 1843. In dem Bild weiter oben bezeichnet eine gelbe Linie die heutige Untereisesheimer Markungsgrenze. Die Fläche zwischen dieser Linie und dem alten Neckarlauf stellt den Ausgleich für die Flächen rechts des Kanals dar, wo heute die Kläranlage und auch Gebäude der Firma Audi liegen.

Ebenfalls 1969 wurde beschlossen, Sportplatz und Sportheim im Neckartal mittelfristig aufzugeben und im Gebiet Scheibigswiesen ein neues Sportzentrum zu errichten. Diese Pläne wurden jedoch - bis auf den Bau der Sporthalle 2004 - später nicht mehr weiter verfolgt.

1970

nahm die Gemeindereform als Zielplanung des Landes konkrete Formen an. Untereisesheim war der Meinung, aufgrund der Entwicklungen und der wirtschaftlichen Verhältnisse sei eine weitere Selbständigkeit sinnvoll. Die sehr positivwe Bevölkerungsentwicklung seither gab den damaligen Entscheidungsträgern recht.

1971

wurde am Trinkwasser-Hochbehälter der Anschluss an das Netz der Bodenseewasserversorgung hergestellt. In diesem Jahr ging auch die gemeinsame Kläranlage mit Bad Wimpfen in Betrieb (inzwischen schon seit Jahren wieder stillgelegt).

1972

wählten die Untereisesheimer Karlheinz Weigelt zum Bürgermeister, obwohl der damalige Neckarsulmer Bürgermeister Dr. Erhard Klotz ebenfalls kandidiert hatte. Weigelt amtierte bis 2004!

1973

hatte Untereisesheim 2000 Einwohner.

1974

wurde die Frankenhalle eingeweiht (Kosten 1,85 Mio DM). Sie diente als Mehrzweckhalle für Sport und Veranstaltungen.

Die Gemeindereform fand im selben Jahr endgültig ihren Abschluß. Untereisesheim wurde durch Gesetzesbeschluß die Erhaltung der Selbständigkeit garantiert, obwohl Untereisesheim die flächenmäßig kleinste Gemeinde des Landkreises Heilbronn ist. Ebenfalls per Gesetz wurde aus den Gemeinden Neckarsulm, Erlenbach und Untereisesheim eine übergeordnete Verwaltungsgemeinschaft mit eingeschränkter Zuständigkeit gebildet. Neckarsulm hatte sich bis zum Schluss um eine Eingemeindung von Untereisesheim bemüht; Obereisesheim hatte sich schon frühzeitig freiwillig für eine Eingemeindung nach Neckarsulm entschieden.

1975

konnte das evangelische Gemeindehaus an der Herzog-Magnus-Straße eingeweiht werde.

1976

ging die Zuständigkeit für die Müllentsorgung an den Landkreis über. Der gemeindeeigene Müllplatz nördlich des Orts am Neckarhang wurde geschlossen und renaturiert.

1978

war in der Schule wieder einmal nicht mehr genug Platz (obwohl die Hauptschule seit 1966 in Obereisesheim ist). Daher wurde auf dem Schulhof ein Pavillon mit zwei zusätzlichen Räumen aufgestellt.

1979

begann die systematische Sanierung des alten Ortskerns. Die umfangreichen Maßnahmen erstreckten sich über 20 Jahre.

1980

fand man im Zuge der Flurbereinigungsmaßnahmen im Gewann "Steinlehle" (wieder) die "Villa rustica", eine Gutshofanlage aus der Zeit so um 100 n. Chr.; die Überreste wurden aber ohne weitere Ausgrabungen wieder zugeschüttet.

1980 wurde auch der künstliche, durch den Mühlbach gespeister Mühlbachsee angelegt, der hauptsächlich Regenrückhaltefunktion hat. Am "Hohen Markstein" wurde eine Freizeithütte mit Grillplatz erstellt.

1981

begann die Diskussion um eine mögliche Ortsumgehungsstraße. Lange und eingehend wurde das hierfür gefertigte Verkehrsgutachten durchdiskutiert, eine endgültige Entscheidung aber zunächst einmal zurückgestellt.

1983

entstand das Büchereigebäude gegenüber dem Rathaus, in dem auch Teile der Verwaltung und eine Zahnarztplaxis untergebracht sind. In diesem Zusammenhang wurde auch das Rathaus selbst grundlegend renoviert.

1984

wurde das Gewerbegebiet "Kressgraben" erschlossen, und im Gebiet "Ober dem Schlecken" hat man ein Gartenhausgebiet ausgewiesen, in dem man 40 Kleingärten anbot.

1985

überschritt Untereisesheim die Grenze von 3000 Einwohnern.

1987

erhielt das Untereisesheimer Schulhaus auf der Südseite einen weiteren Anbau.

1992

konnte erstmals eine katholische Kirche in der traditionell evangelischen Gemeinde eingeweiht werden. Der schlichte Rundbau ohne Turm steht direkt am neuen Ortszentrum "Kelterplatz". In diesem Jahr begann auch die Bebauung des Gebietes "Schafhaus II".

1994

nahm man die Renovierung und Erweiterung des Wasserbehälters in Angriff.

1995

wurde nach einigen vorbereitenden Aktionen die Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Durtal offiziell besiegelt. Die Initiative ging von Durtal aus. Zwischen dem College in Durtal und der Hermann-Greiner-Realschule in Neckarsulm, die auch von vielen Untereisesheimer Schülern besucht wird, gab es schon länger freundschaftliche Beziehungen, und auch erste private Kontakte kamen so zustande.

1998

lebte das Thema "Umgehungsstraße" wieder auf. Nach vielen Diskussionen und eingehender Bürgerbeteiligung sprach sich der Gemeinderat 1999 in Anbetracht der Finanzsituation für die preisgünstigste Variante "Westumgehung" aus.

In dieses Jahr fiel auch der Bau von 45 Reihenhäusern der Siedlung "Nähere Bibershecke III".

2000

richtete sich die Gemeinde eine eigene Internet-Homepage ein.

2001

war der Anteil der Urnengräber an den Bestattungen auf 60% gestiegen. Wegen des geringeren Platzbedarfs haben sich damit frühere Pläne für einen neuen Friedhof erledigt.

2002

wurde in Obereisesheim eine von der Stadt Neckarsulm unterstützte Bürgerinitiative gegen die "Westumgehung" gegründet, in der sich auch Untereisesheimer engagierten. Sie stellte 2006 ihre Aktivitäten wieder ein.

2003

begannen die Arbeiten zur Erschließung des Baugebietes "Schafbuckel I". Am Ortseingang von Wimpfen her entstand ein Straßenkreisel, um den Verkehr in die Baugebiete "Schafhaus II" und "Schafbuckel I" zu verteilen. 2004 entstanden die ersten Häuser am Schafbuckel; zum Jahresende 2004 waren es schon etwa 40.

2004

wählten die Untereisesheimer Bürger Jens Uwe Bock als Nachfolger von Karlheinz Weigelt zum Bürgermeister.

Im gleichen Jahr wurde gegenüber der Frankenhalle die neue Sporthalle "Sportura Neckarland" eingeweiht. In direkter Nachbarschaft wurde das kleine Mischgebiet "Jahnstraße/Scheibigswiesen" erschlossen

2005

erreichte Untereisesheim 4000 Einwohner.

Im Gewerbegebiet "Scheibigswiesen" wurde ein neuer Discount-Markt (Netto) eröffnet. Die Grundversorgung mit Lebensmitteln ist damit wieder am Ort möglich. Der frühere Peny-Markt zentral am Kelterplatz war im März 2004 wegen Kleinheit geschlossen worden.

2006

schlief das Thema einer Umgehungsstraße wieder ein. Das Land Baden-Württemberg nannte Geldmangel als Grund für eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit.

In diesem Jahr wurde auch der Fußgängersteg über die Hauptstraße eröffnet, der das neue Baugebiet "Schafbucke I" mit dem älteren Ortsteil "Schafhaus" verbindet.

Bemerkenswert war auch der grundlegende Umbau der Frankenhalle zu einer reinen Veranstaltungshalle, die mit der zugehörigen Gastronomie in privater Regie verpachtet wurde.

2007

konnte beim vierten Heimatfest das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Durtal gefeiert werden.

2008

wurde die Erweiterung des Kindergartens in der Nordstraße in Angriff genommen, um Plätze für jüngere Kinder und Ganztagsbetreuung anbieten zu können. Die Fertigstellung erfolgte 2010.


Für Details der neueren Zeit siehe auch die Chronikseiten.


Quellen: